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Umgebung · Die Römer

1900 Jahre Nachbarn

Die Römer

Unsere Adresse ist keine Erfindung des Marketings.

Als 1972 der damalige Bürgermeister von Stein im Wald über dem Dorf eine Mauer freilegte, ahnte niemand, wie groß die Sache werden würde. Heute liegt dort das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein: eine Villa rustica von rund fünf Hektar, angelegt gegen Ende des 1. Jahrhunderts unter Kaiser Domitian, im 2. Jahrhundert stark erweitert, Mitte des 3. Jahrhunderts aufgegeben, als die Alamannen den Limes überrannten.

Weil der Wald darüberwuchs und nie ein Pflug darüberging, sind die Funde außergewöhnlich gut erhalten. Das Hauptgebäude war eine Porticusvilla von 48 Metern Länge mit über 500 Quadratmetern Wohnfläche. Der Tempelbezirk misst 34 mal 34 Meter und hatte zehn Kapellen – eine ungewöhnlich hohe Zahl. Rekonstruiert sind heute unter anderem Haupthaus, Eingangstor, Schmiede, Nordwestturm, Mühle und Backstube. Und die Latrine, samt der Sprüche an der Wand, denn die gab es schon damals.

Seit einigen Jahren steht die Frage im Raum, ob hier nicht mehr lag als ein Gutshof. 2011 fand man eine komplett am Stück umgestürzte Mauer von einst 16 Metern Höhe. Manche Forscher vermuten in Stein die verschollene römische Stadt Solicinium.

Wir sind fußläufig dabei. Unsere Straße heißt Römerstraße, und das ist keine Erfindung des Marketings.

Was hier liegt

Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein

zu Fuß15 min

Fünf Hektar römischer Gutshof mit rekonstruiertem Haupthaus, Tempelbezirk und originaler Fußbodenheizung. Zu Fuß erreichbar.

Geöffnet von Ende März bis Anfang November, 10 bis 17 Uhr, sonntags bei schönem Wetter bis 18 Uhr. Montags Ruhetag, außer an Feiertagen. Erwachsene 8,00 €, ermäßigt 6,00 €, Gruppen ab 15 Personen 7,00 € pro Person. Hunde an der Leine sind erlaubt, der Zugang zur Panoramaterrasse ist frei.

Jedes zweite Jahr im August findet auf dem Gelände das Römerfest statt, nach Angaben der Veranstalter das größte nördlich der Alpen.

1 km · In der AlbCard enthalten

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Warum unsere Straße Römerstraße heißt

Ein Bürgermeister, eine Mauer im Wald und fünf Hektar, die seit über fünfzig Jahren ausgegraben werden.

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